Himmelsleiter & Kniepsand: Wanderung über die Norddorfer Dünen ans Meer
Diese Wanderung ist kurz. Aber sie hat alles, wofür man auf eine Nordseeinsel fährt.
Los geht es am Parkplatz Norddorf, dem nördlichsten Ausgangspunkt der Insel. Schon nach wenigen Schritten verlasst ihr die Straße und betretet eine andere Welt: Unter den Füßen liegen Bohlenbretter, links und rechts wächst das Dünengras, und der Wind trägt den Geruch von Heidekraut und Meer. Die Bohlenwege schützen die empfindlichen Dünen – bitte bleibt auf den Wegen, auch wenn es verlockend ist, direkt in den Sand zu laufen.
Der Weg führt zunächst an einem kleinen Kiefernwäldchen entlang, das hier oben im Norden der Insel fast ein bisschen verloren wirkt – Kiefern zwischen Dünen, Stille, gefilterte Schatten auf dem Holzweg. Dann öffnet sich die Landschaft wieder: Heidefelder breiten sich zu beiden Seiten aus. Von August bis September leuchten sie violett, und dann ist diese Strecke eine der farbintensivsten der ganzen Insel.
Irgendwann steht ihr vor der Himmelsleiter – und versteht sofort, warum sie so heißt. Eine lange Holztreppe führt die Düne hinauf, Stufe für Stufe, bis man oben auf dem höchsten Punkt ankommt. Und dann: Nordsee. In voller Breite, von links nach rechts, ohne Ende. Bei klarem Wetter seht ihr im Norden den Sylter Leuchtturm von Hörnum und die lang gezogene Silhouette der Nachbarinsel – ein Panorama, das man sich merkt.
Dann die Stufen hinunter auf den Kniepsand. Mit rund vier Kilometern Breite ist er einer der weitesten Sandstrände Europas, und wer ihn zum ersten Mal betritt, braucht einen Moment, um das zu begreifen. Schuhe aus – das ist Pflicht. Der Sand ist fein und warm, das Watt und die Nordsee wechseln sich je nach Gezeit ab, und bis zum Wasser sind es mal vierhundert Meter, mal fünfhundert.
Wer die Badehose dabei hat: rein. Die Nordsee auf Amrum ist sauber, klar und – ja, frisch. Aber genau dafür ist man hier. Nach dem Bad trocknet man auf dem Kniepsand schneller, als man denkt, denn der Wind kommt hier oben fast immer. Dann zurück zur Himmelsleiter, wieder hinauf und den Bohlenweg zurück zum Parkplatz.
Klein aber oho – diese Runde ist in anderthalb Stunden gemacht, hinterlässt aber das Gefühl eines ganzen Nordseeurlaubs.
Bilder von der Tour