Amrum-Rundtour: Einmal um die Insel – vom Fähranleger über Steenodde, Nebel und Norddorf zum Leuchtturm
Diese Rundtour ist der perfekte Einstieg, um Amrum an einem Tag kennenzulernen. Sie startet direkt am Fähranleger in Wittdün – wer noch kein Rad dabei hat, leiht sich eines bei uns im Fahrradverleih, keine 100 Meter vom Anleger entfernt – und führt einmal über die Insel: erst gemütlich an der geschützten Wattseite nach Norden, dann durch Wald und Dörfer zurück in den Süden zum Leuchtturm.
Los geht es auf der Nord-Wandelbahn, der Promenade am Wattenmeer. Rechts das Wasser, links die ersten Häuser von Wittdün – bei Ebbe liegt das Watt silbrig glänzend vor euch, und mit etwas Glück sind Austernfischer und Möwen zu sehen. Vorbei am Tonnenhafen und am Yachthafen verlasst ihr Wittdün und rollt auf dem Weg über den Deich weiter Richtung Norden. Hier fährt es sich herrlich ruhig: kein Autoverkehr, nur Schafe, Salzwiesen und der weite Blick über das Wattenmeer bis nach Föhr.
Nach etwa vier Kilometern erreicht ihr Steenodde, das kleinste Dorf der Insel. Die alte Mole ist ein schöner erster Stopp – früher wurden hier Waren für die ganze Insel angelandet, heute ist es einer der stimmungsvollsten Plätze an der Wattseite. Von Steenodde folgt ihr dem Ual Aanj, dem alten Inselweg, weiter an der Wattseite Richtung Nebel.
Nebel ist das Herz der Insel und lohnt eine ausgiebige Pause: Die St.-Clemens-Kirche mit ihren berühmten sprechenden Grabsteinen erzählt von Amrums Walfängerzeit, und ein paar Meter weiter grüßt die alte Windmühle von 1771 über die Reetdächer hinweg. Wer mag, schlendert einmal durch die Dorfstraßen mit ihren Friesenhäusern, bevor es weitergeht.
Von Nebel aus nehmt ihr die alte Straße nach Norddorf – die ursprüngliche Verbindung zwischen den Dörfern, heute eine entspannte Radstrecke abseits der Hauptstraße. In Norddorf angekommen, führt euch der Weg hinaus zum Badestrand mit seiner Aussichtsplattform. Hier oben öffnet sich der Blick über den Kniepsand, eine der breitesten Sandflächen Europas – bei klarem Wetter reicht die Sicht bis Sylt. Der ideale Ort für die Brotzeit aus der Satteltasche oder ein Fischbrötchen aus dem Dorf.
Für den Rückweg wechselt die Kulisse komplett: Durch den Amrumer Wald geht es auf schattigen Wegen zurück Richtung Nebel und weiter nach Süddorf. Der Duft von Kiefern, weicher Waldboden links und rechts – kaum zu glauben, dass man noch auf einer Nordseeinsel ist. Hinter Süddorf taucht dann das Wahrzeichen der Insel auf: der Amrumer Leuchtturm, mit seinen rot-weißen Ringen hoch oben auf der Düne. In der Saison könnt ihr ihn besteigen – die Aussicht über Dünen, Kniepsand und Meer ist die Stufen absolut wert.
Vom Leuchtturm bringt euch der Radweg zurück nach Wittdün, wo ihr über die Mittelstraße entspannt zum Fähranleger zurückrollt. Wer nach der Tour noch Zeit bis zur Fähre hat: Ein Abschlussgetränk mit Blick aufs Wasser an der unteren Süd-Wandelbahn ist der perfekte Schlusspunkt.
Bilder von der Tour